Kienbaum-Berater nannten Maserati-Luxuswagen und Topgehalt für Treberhilfe-Geschäftsführer angemessen
Bei den staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen den langjährigen Geschäftsführer der Treberhilfe Berlin, Harald Ehlert, rückt nun die renommierte Unternehmensberatung Kienbaum ins Blickfeld. Die Berater hatten über Jahre in mehreren Gutachten Ehlerts Geschäftspraktiken als normal bewertet. Gegen den ehemaligen Chef des gemeinnützigen Vereins wird wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt, nachdem er wegen der Anschaffung eines Maserati-Luxuswagens als Dienstauto und wegen mehrerer Gehaltserhöhungen in die Kritik geraten war. Die Unternehmensberatung Kienbaum hingegen kam zu dem Schluss, die Luxus-Karosse und die stetigen Steigerungen seines Salärs seien "angemessen". Noch im Jahr 2006 attestierte Kienbaum, ein Dienstwagen für etwa 45.000 Euro sei üblich. Zwei Jahre später bezeichneten die Gutachter den Maserati im Wert von 112.060 Euro wegen der Fahrleistung von rund 35.000 km als angemessen. Auch die konstanten Gehaltssteigerungen Ehlerts fanden die Berater nicht beanstandenswert: Im März 2008 stellten sie fest, dass sein Bruttojah resgehalt von 295.000 Euro zwar jenseits der oberen Spanne liege, eine "Jubiläumssonderzahlung" von 80.000 Euro sei aber als "nicht unangemessen" zu sehen. Ganz ähnlich bewertete Kienbaum im April 2009 Ehlerts Jahresbrutto von 322.000 Euro (weitere 90.000 Euro erhielt der Geschäftsführer für die Altersvorsorge). Unklar ist, wie die Berater zu diesen Einschätzungen kommen konnten. Im Rahmen der Ermittlungen wurden weitere luxuriöse Anschaffungen auf Kosten der gemeinnützigen Treberhilfe bekannt: So kaufte Ehlert für seine Dienstvilla nahe Potsdam eine Bose-Musikanlage für 21.500 Euro, fürs Bootshaus ließ er zwei Sessel für 5000 Euro anschaffen.