Staatsanwälte untersuchen Missbrauch von Kurzarbeit
Gegen den deutschen Ableger des amerikanischen Automobilzulieferers Dana Holding Corporation, Spicer Gelenkwellenbau, ermittelt die Staatsanwaltschaft Essen wegen des Verdachts auf Betrug. Ausgangspunkt ist eine Anzeige, wonach das Unternehmen widerrechtlich "mehrere Millionen Euro Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit" bezogen haben soll. In zahlreichen Bereichen würde von der innerbetrieblichen Qualifizierung während der Kurzarbeit -Gebrauch gemacht. In diesem Fall bezahlt die Arbeitsagentur neben Teilen des ausgefallenen Lohns den Unternehmen die Kosten der Sozialversicherung zu 100 Prozent. Ohne Qualifizierung werden sie nur teilweise erstattet. Die Qualifizierungsmaßnahmen würden aber "in vielen Fällen nicht oder nur teilweise so wie in den bei der Agentur für Arbeit eingereichten Formularen beschrieben, umgesetzt", heißt es in der Anzeige. Viele der 527 Mitarbeiter würden "ihr ganz normales Tagesgeschäft erledigen". Manche Mitarbeiter seien in Kurzarbeit gemeldet, aber dennoch regulär bei der Arbeit. Führungskräfte würden "durch die Geschäftsleitung massiv unter Druck gesetzt, sich an diesem Betrug zu beteiligen". Der Geschäftsführer des Unternehmens, Lars Christoph Schäfer, sagte, er gehe davon aus, "dass sich die Anschuldigungen als haltlos erweisen".