Stiftung Preußischer Kulturbesitz verteidigt Sponsoring durch Tabakindustrie
Ungeachtet öffentlicher Kritik will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz von der Tabakindustrie weiter Geld kassieren zur Finanzierung von Kunstausstellungen. Bis Februar hatte die von Bund und Ländern getragene Stiftung in Berlin die Werkschau "Die Kunst ist super" gezeigt, unter anderem mit Objekten von Joseph Beuys. Der Tabakkonzern Philip Morris hatte im Eingangsbereich der Ausstellung mit einer großen Tafel auf seine finanzielle Unterstützung der Ausstellung hingewiesen. Das "Forum Rauchfrei" sah darin einen Verstoß gegen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die Sponsor-Aktivitäten der Tabakindustrie eindämmen will; die Bundesrepublik hat dieses Übereinkommen unterschrieben. "Es kann nicht sein, dass nun ausgerechnet eine staatliche Stiftung diese Leitlinien untergräbt", sagt Forumssprecher Johannes Spatz. Stiftungspräsident Hermann Parzinger betont indes, dass er aus finanziellen Gründen "in immer stärkerem Umfang" auf Sponsorengelder setzen müsse die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sei deshalb "sehr wohl auch auf Leistungen von Tabakkonzernen angewiesen". Er sehe durchaus "positive Aspekte und Effekte" dieser Kulturförderung durch Zigarettenkonzerne. Zudem habe bei der Ausstellung keine Werbung für Tabakprodukte stattgefunden.