Fehlplanung und Kostensteigerungen bei Bauvorhaben der Bahn
Bei den drei grössten Bauvorhaben der Deutschen Bahn AG geraten Termine und Kosten immer weiter ausser Kontrolle. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Für die Berliner Bahntunnel und drei Bahnhöfe an der Nord-Süd-Achse im Zentrum der Hauptstadt seien die Kosten jetzt schon um 50 Prozent auf insgesamt 5,9 Milliarden Mark empor geschnellt. Beinahe drei Jahre später als geplant, frühestens Ende 2005, sollen die ersten Züge rollen.
Der DB-Vorstand hat jetzt einen Vergabestopp erlassen. Fertigstellungstermine für drei Anschlussstrecken mit aufwendigen Bahnhofsplanungen enthält die jüngste interne Prognose der Bahn nicht mehr. Dieses Projekt, so der Vorstandsvorsitzende der DB Netz, Peter Münchschwander, im SPIEGEL, sei völlig aus dem Ruder gelaufen. Das gelte auch für die ICE-Neubaustrecke zwischen Köln und Frankfurt/Main. Dort rechnet die Bahn mit bis zu 1,8 Milliarden Mark Mehrkosten. Der Bund will sich daran nicht beteiligen, da die Bahn sich 1995 auf eigenen Wunsch vertraglich verpflichtet hat, die Strecke zum Preis von 7,75 Milliarden Mark zu bauen.
Vor dem Aus stehe das geplante Bauprojekt Stuttgart 21, meldet der SPIEGEL unter Berufung auf die ablehnende Haltung des DB-Aufsichtsrates. Allerdings hat die Bahn bereits jetzt rund 560 Millionen Mark abgeschrieben - für bereits erworbene Grundstücke und Regressforderungen.