In den USA Widerstand gegen Köhler und Pläne für Privatisierung des IWF - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

In den USA Widerstand gegen Köhler und Pläne für Privatisierung des IWF

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Horst Köhler, der neue deutsche Kandidat für den Chefposten des Internationalen Währungsfonds, trifft in den USA auf heftigen Widerstand. Diplomaten in Brüssel berichten dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL zufolge besorgt, dass der amerikanische Präsident Bill Clinton offenbar wieder telefonisch Lobbyarbeit gegen den deutschen Kandidaten betreibe, ähnlich wie schon im Fall von Caio Koch-Weser.

Hinter der Haltung der amerikanischen Regierung steht – so DER SPIEGEL – mehr als nur ein Postenschacher. Im Berliner Kanzleramt gibt es Erkenntnisse, dass in Washington an Geheimplänen gearbeitet wird, den IWF radikal umzubauen. Der Fonds, bislang von den Regierungen in 182 Staaten getragen, könnte weitgehend privatisiert werden. Milliardenkredite für Krisenländer, die auf Hilfe angewiesen sind, würden dann nicht mehr aus Steuergeldern finanziert, sondern über die Kapitalmärkte.

In Europa wächst derweil die Zustimmung für Köhler. Italiens Ministerpräsident Massimo D’Alema hat Bundestagspräsident Wolfgang Thierse bei dessen Rom-Besuch signalisiert, dass er keine Einwände gegen Köhler habe.