Schlechte Sichtverhältnisse trugen zu tödlichem Bundeswehrfeuer auf afghanische Soldaten bei
Der versehentliche Beschuss von zwei Fahrzeugen der afghanischen Armee bei Kunduz ist ersten Ermittlungen zufolge auf extrem schlechte Sichtverhältnisse zurückzuführen. Durch Schüsse aus der 20-Millimeter-Bordkanone eines Schützenpanzers "Marder" waren am Karfreitag nur wenige Stunden nach den schweren Gefechten zwischen Taliban und der Bundeswehr sechs afghanische Soldaten getötet worden. In den Vernehmungen für die Untersuchung der Nato sagten die beteiligten deutschen Soldaten aus, sie hätten die beiden Fahrzeuge der afghanischen Armee, die ihnen entgegengekommen seien, wegen eines Sandsturms und der einsetzenden Dämmerung kaum erkennen können, obwohl es sich bei einem davon um ein Militärfahrzeug vom Typ "Humvee" handelte. Nachdem sie daraufhin Warnschüsse mit Leuchtmunition als Erkennungszeichen abgegeben hätten, habe der "Humvee" angehalten. Der zivile Geländewagen dahinter sei jedoch mit aufgeblendetem Licht vorbeigezogen. Daraufhin habe man das Feuer eröffnet. Die Untersuchungen des "Initial Action Team" der Nato sind wie die Ermittlungen der deutschen Feldjäger noch nicht abgeschlossen, die Berichte werden diese Woche fertiggestellt. Bei seinem Besuch in Kabul vergangene Woche entschuldigte sich Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt, CSU, für den fatalen Vorfall offiziell beim afghanischen Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak. Der versicherte ihm jedoch, dass Unfälle wie dieser "im Krieg" vorkommen könnten.