Finanzminister Schäuble kuriert schlecht heilende Operationswunde stationär aus - DER SPIEGEL
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Finanzminister Schäuble kuriert schlecht heilende Operationswunde stationär aus

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble regiert weiterhin vom Bett einer Reha-Klinik aus. Seit dem 16. Februar befindet sich der 67-Jährige mit knapp zweiwöchiger Unterbrechung in stationärer medizinischer Behandlung. Wegen seiner Querschnittslähmung benötigt Schäuble ein technisches Hilfsmittel, das Verdauungsfunktionen steuert. Dieses Gerät muss routinemäßig ausgetauscht werden. Der Eingriff hinterlässt eine Wunde im Sitzbereich, die bei Schäuble sehr schwer verheilt – was wiederum mit seiner Behinderung zu tun hat. Der Minister hat sich nach dem Eingriff und entgegen dem Rat seiner Ärzte zu früh aus dem Krankenhaus begeben, um an einer EU-Finanzministertagung in Brüssel teilzunehmen und eine Rede im Bundestag zu halten. Während dieser Zeit ist die Wunde erneut aufgeplatzt. Nun will sich Schäuble richtig auskurieren. Konkret heißt das, dass Schäuble kaum sitzen kann, denn in dieser Position verheilt die Wunde nicht. Die Länge des Aufenthalts macht inzwischen auch einigen Abgeordneten der Unionsfraktion Sorgen. Der Sprecher des Ministers sagt, dazu gebe es jedoch keinen Anlass. Der Minister führe weiter die Geschäfte seines Hauses. "Er telefoniert im Liegen", so Michael Offer, "oder er spricht mit seinen Staatssekretären oder Mitarbeitern auch am Krankenbett."