Ölpreis-Spekulanten verlagern ihr Geschäft von New York nach London - DER SPIEGEL
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Ölpreis-Spekulanten verlagern ihr Geschäft von New York nach London

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Mehr und mehr verlagern die Spekulanten an den Ölmärkten Geschäfte von der New Yorker Terminbörse Nymex zur ICE, dem Handelsplatz in London. Seit Anfang Februar ist die Zahl der offenen Kontrakte in New York nur um knapp zwei Prozent gestiegen. In London dagegen hat sich die Zahl der Kontrakte im selben Zeitraum um fast 17 Prozent erhöht. Hintergrund der Verlagerung dürften die Vorschläge sein, die die US-Terminbörsenaufsicht CFTC Mitte Januar zur Begrenzung der Spekulation am amerikanischen Ölmarkt vorgestellt hat; sie wirken offenbar abschreckend auf die Finanzakteure. In London dagegen sind die Märkte weitgehend unreguliert. Insgesamt tragen vor allem Hedgefonds die Spekulationswelle, die gegenwärtig die Ölpreise in die Höhe treibt. Das zeige sich an der außerordentlich hohen Korrelation zwischen der Zahl an Hedgefonds-Wetten auf höhere Preise und dem tatsächlichen Ölpreis, hat der Hamburger Energiefachmann Steffen Bukold in einer Studie festgestellt. Demnach stimmten seit Anfang 2009 die Nettopositionen an Lieferkontrakten mit dem Verlauf des Ölpreises zu 76 Prozent überein, seit Oktober 2009 sogar zu 86 Prozent. Erst setzen die Spekulanten also auf steigende Preise, dann steigen sie wirklich. Im Moment haben Finanzakteure an den Ölmärkten nach Rechnung von Bukold mindestens 34,6 Milliarden Dollar auf einen Anstieg der Notierungen gesetzt.