Private Krankenversicherer fürchten höhere Arzneimittelkosten - DER SPIEGEL
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Private Krankenversicherer fürchten höhere Arzneimittelkosten

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Privaten Krankenversicherungen (PKV) fürchten einen drastischen Anstieg ihrer Arzneimittelausgaben. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat zwar ein umfassendes Sparpaket im Pharmabereich angekündigt – dieses soll jedoch nur für die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) gelten. So will die Regierung den Arzneimittelherstellern per Gesetz einen Zwangsrabatt verordnen und zudem ein Preismoratorium verhängen, das rückwirkend zum 1. August 2009 gelten soll. Dadurch will das FDP-geführte Ministerium den gesetzlich Versicherten billigere Medikamente verschaffen und mehr als eine Milliarde Euro jährlich sparen. "Es wäre absurd, wenn Kranke für dasselbe Medikament unterschiedlich viel zahlen müssten", sagt Volker Leienbach, Chef des PKV-Spitzenverbands. "Genau das passiert aber, wenn der Staat einseitig nur für die gesetzlichen Krankenkassen die Preise senkt." Preisstopp und Rabatte müssten daher auch für die Privaten Krankenversicherungen gelten. Bei der GKV sind die Kosten für Arznei- und Verbandsmittel von 1998 bis 2008 pro Versicherten um 68 Prozent gestiegen, bei der PKV waren es sogar 86 Prozent. Leienbach fürchtet, "dass sich diese Dynamik in der PKV künftig noch verschärfen wird, falls Rösler nicht auch die Privaten ein bezieht". Rund neun Millionen Menschen sind in Deutschland privat versichert.