Zwei-Sterne-General Fritz übernimmt das Kommando in Nordafghanistan
Generalmajor Hans Werner Fritz soll im Frühsommer neuer Regionalkommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf für das Einsatzgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan werden. Mit der Ernennung des 56-jährigen Zwei-Sterne-Generals, der derzeit die Division Spezielle Operationen in Regensburg befehligt, reagiert das Verteidigungsministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf die gewachsenen Führungsaufgaben im deutschen Einsatzgebiet ausgelöst durch die Stationierung von rund 5000 zusätzlichen US-Soldaten an den Bundeswehrstandorten. Isaf-Chef Stanley McChrystal hatte bei seinem Berlin-Besuch zugesagt, alle US-Soldaten dem deutschen Kommandeur des Regional Command North zu unterstellen. Das Verteidigungsministerium will den deutschen Führungsanspruch durch die Entsendung eines Zwei-Sterne-Generals unterstreichen, bisher führten meist Ein-Sterne-Generäle das Regionalkommando. Fritz, ehemals Militärattache an der Deutschen Botschaft in London, soll als Nachfolger von Brigadegeneral Frank Leidenberger vor allem die Kommunikation mit den US-Einheiten intensivieren. Bei der Bundeswehr gibt es Befürchtungen, dass die Amerikaner die Befehlsgewalt in Nordafghanistan schleichend übernehmen könnten. Als Stellvertreter für den Regionalkommandeur entsendet die US-Armee schon bald einen General der Special Forces. Mehrere US-Trupps mit Elitekämpfern sind schon seit dem Sommer 2009 in Masar-i-Scharif in einem abgetrennten Bereich des deutschen Lagers stationiert. Die geheim agierenden Einheiten jagen rund um Kunduz hochrangige Taliban-Führer und haben bereits mehr als zwei Dutzend gesuchte Aufständische getötet.