Karstadt-Interessent Triton fordert Nachverhandlungen
Der amerikanische Finanzinvestor Triton hat sein Angebot für den Kauf der insolventen Warenhauskette Karstadt mit konkreten Bedingungen verknüpft. Nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL fordert der Investor die Nachverhandlung von zwei konkreten Punkten.
Zum einen geht es um die in der Branche als zu großzügig geltenden Regelungen mit den Arbeitnehmern. Das Unternehmen sei einst "quasi an die Gewerkschaften verkauft" worden, heißt es aus dem Umfeld des Investors. Die Tarifverträge seien so nicht haltbar.
Außerdem verlangt Triton, die Mieten der Kaufhäuser weiter zu reduzieren. Die große Mehrzahl der verbliebenen 120 Karstadt-Filialen gehört dem Immobilienfonds Highstreet der Investmentbank Goldman Sachs, die seit der Insolvenz einer der größten Gläubiger Karstadts ist. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte im Vorfeld bereits ausgehandelt, dass Highstreet für einen potentiellen Käufer bereits auf Mieteinnahmen in Höhe von 150 Millionen Euro verzichten würde.
Allerdings spielt auch Goldman Sachs selbst inzwischen mit dem Gedanken, Karstadt zu übernehmen. Nach SPIEGEL-Informationen plant die Investmentbank dabei mit zwei Szenarien: Die Bank selbst steigt bei Karstadt ein, saniert das Unternehmen und fusioniert es nach zwei bis vier Jahren mit Kaufhof, der Warenhauskette des Handelskonzerns Metro, zur Deutschen Warenhaus AG.
Das zweite Szenario sieht vor, Kaufhof und Karstadt sofort zu verschmelzen. Dafür müsste Kaufhof seine Immobilien an Highstreet übertragen, im Anschluss würden beide Warenhausketten zusammengehen. Bei einem solchen Deal blieben allerdings 20 bis 40 Geschäfte auf der Strecke, auch die Zentrale in Essen würde wohl dichtgemacht. Diese Einschnitte würde man gerne noch Insolvenzverwalter Görg überlassen.