Iranischer Oppositionsführer Karrubi kündigt neue Proteste an
Zum Jahrestag der iranischen Präsidentschaftswahl im Juni kündigt der Oppositionsführer Mahdi Karrubi neue Proteste an. "Ein Antrag auf Genehmigung" einer Demon stration liege schon vor, sagte der Reform-Geistliche dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Auch wenn es in letzter Zeit still geworden ist auf den Straßen, so Karrubi, bleibt die Frustration in der Bevölkerung doch groß: "Die Menschen warten nur auf einen Funken." Im Gespräch mit dem SPIEGEL hält Karrubi seine vom Regime dementierten Vorwürfe aufrecht, verhaftete Demonstranten seien zu Tode gefoltert worden. "Mir sind vier Fälle bekannt", sagte Karrubi. Auch den Vorwurf der Vergewaltigung von Inhaftierten erneuerte der Oppositionsführer. Er kenne fünf Opfer, darunter auch zwei junge Männer. Trotz der Repressionen des Regimes zeigte sich Karrubi in Teheran ungebrochen. Den Wahlsieg von Präsident Ahmadinedschad will er auch knapp ein Jahr nach den Wahlen nicht anerkennen. Dieser Mann sei "ein Unglück für das Volk", es gelte, ihn zu bekämpfen, "ohne Gewalt, aber mit aller Kraft". Karrubi betonte, es sei "wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass wir weiter kämpfen, nicht gegen diese Republik, sondern für die Einhaltung unserer Verfassung, in der Meinungsfreiheit und Demokratie festgeschrieben sind". Einer möglichen Verhaftung sieht Karrubi gelassen entgegen. "Ich bin bereit, alle Konsequenzen zu tragen."