Nährwertangaben auf Lebensmitteln überfordern laut neuer Studie die Verbraucher
Eine große Mehrheit der Verbraucher hält Angaben über den Nährwert von Lebensmitteln auf der Packung zwar für wichtig, nutzt sie aber kaum. Das zeigt eine neue Studie der Fachhochschule Münster. Besonders angebracht finden die Kunden demnach detaillierte Informationen etwa über den Fett- und Zuckergehalt bei Süßwaren, Fertigprodukten, Tiefkühlkost oder Softdrinks. Einfluss auf das eigene Konsumverhalten hat das nach den Erkenntnissen der Untersuchung aber nicht: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, beim Einkauf nicht auf die Inhaltsstoffe zu achten unter anderem weil es zu viel Zeit koste. "Auch eine ,optimierte' Lebensmittelkennzeichnung würde nicht automatisch dafür sorgen, dass sich die Konsumenten gesünder ernähren", sagt Holger Buxel, Autor der Studie. Auf Nährwerte zu achten hänge stärker vom eigenen Gesundheitsbewusstsein ab als von der Art der Kennzeichnung. Laut Studie verstehen die Kunden allerdings das von Gesundheitsexperten und Verbraucherschützern geforderte System mit den Farben Rot, Gelb und Grün deutlich besser als ein von der Industrie favorisiertes Modell. Im März hatte sich der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments allerdings knapp gegen eine solche Ampel-Kennzeichnung ausgesprochen. Die erste Abstimmung der EU-Abgeordneten findet noch in diesem Monat statt.