Dubiose Spendengelder für die Hessen-CDU - DER SPIEGEL
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Dubiose Spendengelder für die Hessen-CDU

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Geheimkonten der hessischen CDU in der Schweiz wurden teilweise mit Geldern aus dubiosen Sammelaktionen eines zwielichtigen professionellen Spendenakquisiteures gespeist, der bis Anfang der 80er Jahre mit der CDU-Landesgeschäftsstelle in Wiesbaden zusammenarbeitete. Dies berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Der 1984 bei einem Fluchtversuch in Luxemburg ums Leben gekommene Frankfurter Kaufmann Karl Friedrich Grau kooperierte danach eng mit dem vor wenigen Wochen pensionierten hessischen CDU-Wirtschaftsbeauftragten Joachim Lehmann. Laut SPIEGEL profitierten die Christdemokraten von einem ausgeklügelten System am Rande der Legalität.

Geldsammler Grau stellte den Spendern Quittungen seiner vom Finanzamt als "gemeinnützig" anerkannten Vereine aus. Anschließend, berichtet das Blatt, reichte er die Spende, abzüglich einer Provision von meist zehn Prozent, an die CDU weiter. Auf Anforderung schickte die Partei dem Akquisiteur fingierte Rechnungen über "Seminare", etwa für Graus Studiengesellschaft für staatspolitische Öffentlichkeitsarbeit. Für die CDU-Wohltäter hatte dieser Umweg einen großen Vorteil: Laut SPIEGEL tauchten die Gelder nicht im Rechenschaftsbericht der CDU auf, und zudem wurden wesentlich mehr Steuern gespart, als bei einer offiziellen Parteispende möglich gewesen wäre. (DER SPIEGEL 12/2000, Seite 38)