Ermittlungen gegen Porsche ausgeweitet
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Porsche sind in den vergangenen Wochen ausgeweitet worden. Die Ermittler haben weitere Hinweise darauf gefunden, dass der Sportwagenhersteller zusammen mit der Frankfurter Maple Bank bis Oktober 2008 eine marktbeherrschende Stellung bei VW-Aktien aufgebaut habe. Dies soll in der Folgezeit zu Kursmanipulationen genutzt worden sein. Ziel sei es gewesen, den Kurs der VW-Aktie an wichtigen Handelstagen in einen für Porsche günstigen Korridor zwischen 220 und 250 Euro zu halten. In den vergangenen Wochen wurden auch Geschäftsräume von beteiligten Investmentbankern durchsucht und Dokumente und E-Mails beschlagnahmt.
In einer Klage von 35 US-Fonds gegen Porsche heißt es sogar, Porsche habe der "Bankrott" gedroht, als der VW-Kurs sich vom 17. Oktober bis 24. Oktober 2008 fast halbiert hatte. Deshalb habe Porsche am 26. Oktober die Meldung herausgegeben, dass man auf knapp 75 Prozent der VW-Aktien Zugriff habe. Daraufhin stieg der VW-Kurs kurzfristig auf über 1000 Euro. "Porsche musste den Preis von VW erhöhen", schreiben die US-Kläger, "um die eigene Haut zu retten."
Porsche verweist darauf, dass die Bruttoliquidität am 31. Juli 2008 noch über elf Milliarden Euro betragen habe, sie sei auch unmittelbar vor dem 26. Oktober "sehr hoch" gewesen. Die Maple Bank will zum konkreten Ermittlungsverfahren nicht Stellung nehmen, betont aber, ihre Geschäfte "stets im Einklang mit sämtlichen rechtlichen Vorgaben zu betreiben".