Ex-Bundesbankchef Karl Otto Pöhl kritisiert Euro- Rettungspakete - DER SPIEGEL
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Ex-Bundesbankchef Karl Otto Pöhl kritisiert Euro- Rettungspakete

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In scharfer Form hat der ehemalige Chef der Deutschen Bundesbank, Karl Otto Pöhl, die Regierungen der Euro-Zone und die Europäische Zentralbank (EZB) kritisiert. Die Rettungspakete für hochverschuldete Staaten stellten einen "Verstoß gegen alle Regeln" dar, so Pöhl. "Es steht ausdrücklich im Vertrag über die Arbeitsweise der EU, dass kein Staat für die Schulden eines anderen haftet", sagte Pöhl dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, "was wir jetzt tun, ist genau das." Dazu komme, dass die EZB "entgegen allen Schwüren und gegen das ausdrückliche Verbot in ihrer Satzung, nun auch noch in die Staatsfinanzierung eingestiegen ist". Damit habe die Euro-Zone quasi "eine Garantie abgegeben für eine ganze Reihe von Schwachwährungen, die nie im Euro hätten aufgehen dürfen". In den Augen des Ex- Notenbankers bestehe nun die Gefahr, dass der Euro selbst "eine Schwachwährung wird".

Pöhl kritisierte auch, dass es im Falle Griechenlands nicht zu einem teilweisen Forderungsverzicht gekommen ist. Er glaube nicht, dass dieser Schritt zu Domino effekten auf andere Staaten geführt hätte. Stattdessen sei es darum gegangen, "die deutschen, aber vor allem die französischen Banken vor Abschreibungen zu bewahren". Im Übrigen hätten die EU-Kommission und die EZB viel früher einschreiten müssen. "Es hätte ihnen auffallen müssen, dass ein kleines, ein winziges Land wie Griechenland, noch dazu ohne industrielle Basis, niemals in der Lage sein wird, 300 Milliarden Euro Schulden zurückzuzahlen."