Bundesregierung scheut milliardenschwere Beteiligung am Fusionsreaktor "Iter" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bundesregierung scheut milliardenschwere Beteiligung am Fusionsreaktor "Iter"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) geht angesichts explodierender Kosten auf Distanz zum geplanten internationalen Kern fusionsreaktor "Iter". Kurz vor dem Treffen der EU-Forschungsminister verschärft Schavan ihre Kritik dar an, dass die EU-Kommission nun von Deutschland statt der ursprünglich vereinbarten 540 Millionen Euro mehr als eine Milliarde Euro für das internationale Großprojekt in Südfrankreich erwartet. Die Bundesregierung fordert nun von der EU-Kommission ein neues Finanzierungskonzept für den "Iter". Auch eine Überarbeitung des Reaktordesigns könne erforderlich werden. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass das Projekt deutlich kleiner ausfallen muss als derzeit geplant. Die Bundesregierung stehe weiter zur Fusionsforschung, um sich für die Energieversorgung möglichst viele Optionen offenzuhalten. "Das gilt aber nicht um jeden Preis", sagt Schavan. Vor kurzem wurde bekannt, dass die Kosten allein für den europäischen Anteil an dem Projekt um mehr als das Zweieinhalbfache auf 7,2 Milliarden Euro steigen.