Streit um genverunreinigten Mais verschärft sich - DER SPIEGEL
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Streit um genverunreinigten Mais verschärft sich

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Die wochenlang unterbliebene Warnung vor genverunreinigtem Saatgut bringt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Bedrängnis. Der betroffene Mais der Firma Pioneer ist bundesweit ausgebracht worden. Das Inkaufnehmen der Aussaat öffne der Agrogentechnik den Weg "durch die Hintertür", kritisierten die Grünen. Greenpeace vermutet, der Behördenschlendrian könne die Null-Toleranz- Grenze bei Saatgut aufweichen – eine Regelung, die von der Industrie er bittert bekämpft wird. Für einen liberaleren Schwellenwert ist auch die CDU/FDP- Koalition des Bundeslands. Während in anderen Bundesländern der betroffene Mais unter gepflügt werden muss, wartet die neue Landwirtschaftsministerin Astrid Grote lüschen (CDU) noch ab: Vergangene Woche stellte sie sogar eine Verarbeitung zu Biogas in Aussicht. Die betroffene Firma Pioneer bezweifelt die Tests. Eigene Studien vor und nach der Aussaat, so Geschäftsführer Ulrich Schmidt, hätten keine Verunreinigungen ergeben. Allerdings hatten auch Proben aus anderen Bundesländern Belastungen gezeigt. Dieses Jahr stammten 22 Prozent aller staatlich ermittelten Maissaatgut-Verunreinigungen von Pioneer, so Greenpeace. In einer Erklärung betonte Pioneer, in Ungarn – dem Herkunftsland der Saaten – dürften keine Gentech-Pflanzen angebaut werden. Von den Freisetzungsversuchen mit Gentech-Material, die Pioneer dort machte, stand davon nichts.