Ferrostaal wechselt Top-Manager aus
Aus der seit Monaten schwelenden Korruptionsaffäre zieht die neue Führung des Essener Industriedienstleisters Ferrostaal Konsequenzen. Gut ein halbes Dutzend Führungskräfte müssen den Konzern verlassen. Wesentliche Funktionen im Top-Management, darunter die Bereiche Recht, Risiko-Management und Revision, sollen neu besetzt werden. So soll der bisherige Compliance-Officer Europa von Siemens, Michael Thun, in gleicher Funktion nach Essen wechseln. Seit vergangenem Sommer ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft, ob die Essener Firma jahrelang mittels sys tematischer Korruption Aufträge an Land gezogen hat unter anderem U-Boot-Geschäfte mit Griechenland und Portugal. Unter dem neuen Rechtsvorstand Andreas Pohlmann hat nun die konzerninterne Aufarbeitung der Af färe begonnen. Seit Mitte Mai durchleuchtet die US-Anwaltskanzlei Debevoise&Plimpton zusammen mit den Wirtschaftsprüfern von Ernst&Young sämtliche Geschäftsvorfälle der vergangenen Jahre. Ein Amnestieprogramm für in Schmiergeldzahlungen verwickelte Mitarbeiter und eine Hotline für Hinweisgeber sollen weitere Informationen liefern. Gleichzeitig bastelt Pohlmann an einer neuen Struktur, die "systematisches Fehlverhalten in Zukunft ausschließen" soll.