Fahrzeugmängel machten Bundeswehr-Lkw zu tödlicher Falle bei Taliban-Angriff
In einem internen Bericht für das Sanitätsführungskommando machen Offiziere der deutschen Truppe in Afghanistan eklatante Ausrüstungsmängel für den Tod eines Kameraden verantwortlich. Schwächen des Bundeswehr-Lkw "Yak" seien bereits im Januar gemeldet, aber nicht abgestellt worden. Diese Mängel des von Rheinmetall Landsysteme und dem Schweizer Unternehmen Mowag gebauten Fahrzeugs, heißt es nun in dem Bericht, seien auch bei der Attacke von Taliban am 15. April 2010 von Bedeutung gewesen, bei der ein 33-jähriger Oberstabsarzt aus Ulm getötet wurde. Aus Sicht der Offiziere besonders gravierend: "Bei Beschuss sind die sehr exponiert liegenden Bremsleitungen, Druckbehälter und elektrischen Verkabelungen auf dem Fahrzeugrahmen extrem gefährdet." Bei dem Überfall im April sei eine Druckluftleitung getroffen worden, weshalb der Yak abrupt stehen geblieben sei. Die Soldaten hätten die Feststellbremse nicht lösen können, weil sie dafür unter den Wagen hätten kriechen müssen. Das sei aber wegen des Feuergefechts nicht möglich gewesen. Der Yak bot ein leichtes Ziel und wurde von einer Panzerabwehrrakete getroffen, die den Arzt tötete. Zudem habe das Fahrzeug weitere Mängel, etwa im Bordfunk und bei der Motorleistung.