Sal.Oppenheim-Altgesellschafter erstatten Anzeige
Nach dem Absturz der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim im vergangenen Jahr eskaliert der Streit unter den alten Gesellschaftern: Der Staatsanwaltschaft Köln, die bereits in dem Komplex ermittelt, liegt eine Strafanzeige gegen die Ex-Bankmanager Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt wegen Betrugsverdachts vor. Absender sind führende Vertreter jener Familienstämme, die, anders als Janssen und Pfundt, zwar nicht zu den persönlich haftenden Gesellschaftern gehörten, aber durch die Schieflage namhafte Teile ihres Vermögens verloren haben. Dagegen sollen Janssen und Pfundt laut Anzeige ihre eigenen Sal.-Oppenheim-Anteile noch rechtzeitig im August 2009 auf der Bemessungsgrundlage des Abschlusses 2008 an die anderen Gesellschafter verkauft haben. Dabei sei beiden, so die Altgesellschafter heute, als führenden Managern des Bankhauses bekannt gewesen, dass der Jahresabschluss 2008 falsch war. Im Klartext: Der Zustand der Bank sei in Wahrheit sehr viel schlechter und ihr Anteil daher weniger wert gewesen. Janssen habe unterm Strich 12,97 Millionen Euro erhalten, Pfundt 13,71 Millionen Euro. Zudem sollten beide noch Geld dafür erhalten, dass sie später ihre Stellung als persönlich haftende Gesellschafter aufgeben. Dafür seien im Fall Janssen fünf, im Fall Pfundt sechs Millionen Euro vorgesehen gewesen. Später habe die Deutsche Bank, die Sal. Oppenheim auf dem Höhepunkt der Krise übernahm, diese Summen reduziert. Pfundt ließ durch einen Sprecher mitteilen, der Rücknahmepreis seiner Anteile sei ohne seine Mitwirkung "durch einen von allen Eigentümern der Bank beauftragten Wirtschaftsprüfer ermittelt worden". Die "Berechnung und die Beträge" seien "vom Aktionärsausschuss der Bank genehmigt und allen Eigentümern zur Annahme empfohlen" worden. Janssen bestreitet die Vorwürfe. Ob die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren einleiten wird, ist unklar. Möglicherweise wird die Anzeige auch im Rahmen der bereits laufenden Ermittlungen bearbeitet.