Berliner Filmfinanzier und Wulff-Freund zu Schadensersatz verurteilt
Der Filmfinanzier David Groenewold ist nach Informationen des Hamburger Nachrichten- Magazins DER SPIEGEL vom Landgericht Berlin zur Zahlung von 250.000 Euro Schadensersatz verurteilt worden. Groenewold zählt zu seinem Bekanntenkreis unter anderem auch Christian Wulff, der kommenden Mittwoch als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten zur Wahl steht. Selbst am Tag, als Kanzlerin Angela Merkel mit Wulff darüber sprach, dass er als Kandidat fürs Bundespräsidentenamt vorgesehen sei, traf der Politiker abends im Berliner Privatclub "Soho House" auf seinen Freund Groenewold, der dort Wulffs wartender Gattin Bettina Gesellschaft leistete. Groenewold rief vor zehn Jahren mit einem Bekannten die Promedium Asset Management GmbH ins Leben, an der er zunächst 50 Prozent der Anteile hielt. Eine bekannte Schauspielerin überwies rund 1,5 Millionen Euro auf diverse Konten der Firma, in der Annahme, Promedium werde die Summe gewinnbringend für sie anlegen. Tatsächlich verschwand ihre Einlage und ist bis heute zu großen Teilen weg. Das Landgericht Berlin verurteilte den Geschäftsführer schon 2007 zu einer Gefängnisstrafe von mehr als vier Jahren. David Groenewold hätte als reiner Mitgesellschafter eigentlich nicht viel mit der Sache zu tun, wenn er nicht später so das Gericht versprochen hätte, für den Schaden der Schauspielerin aufzukommen. In dem Verfahren bestritt er sogar, mit ihr überhaupt befreundet gewesen zu sein. Ein Brief von ihm an die Schauspielerin ließ das Gericht allerdings erheblich daran zweifeln. Das bisher nicht rechtskräftige Urteil: Groenewold muss der Schauspielerin die komplette Summe nebst Zinsen überweisen. Die Anwälte der Aktrice wollten sich zur "privaten Rechtsstreitigkeit" ihrer Mandantin nicht äußern. Ob Groenewold Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird, müsse er noch mit seinen Anwälten prüfen. Ein Sprecher von Wulff erklärte gegenüber dem SPIEGEL: "Ebenso wie Claudia Roth und Klaus Wowereit ist Christian Wulff mit David Groenewold bekannt." Ansonsten gelte: "Privates ist privat."