Neue Ermittlungen im Fall des nach Frankreich verschleppten Arztes Krombach - DER SPIEGEL
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Neue Ermittlungen im Fall des nach Frankreich verschleppten Arztes Krombach

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Im Fall des Lindauer Arztes Dieter Krombach hat die französische Justiz neue Ermittlungen angeordnet. Krombach war 1995 in Paris wegen des Todes seiner französischen Stieftochter in Abwesenheit zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nun lässt ein Richter die Vorwürfe neu überprüfen. "Das ist gleichbedeutend mit einem neuen Verfahren, in dem alles bei null beginnt", sagt Krombachs Verteidiger Yves Levano. Der Richter fordert zusätzliche Gutachten und Zeugenbefragungen. Krombachs Stieftochter Kalinka Bamberski war 1982 in seiner Villa am Bodensee tot aufgefunden worden. Zuvor hatte ihr der Arzt eine Spritze gegeben. Kalinkas leiblicher Vater André Bamberski verdächtigte Krombach, das Mädchen vergewaltigt und getötet zu haben; der Stiefvater wies dies zurück. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte missbilligte 2001 das in Abwesenheit verhängte Urteil, der Haftbefehl indes bestand weiter. In Deutschland wurden die Ermittlungen gegen Krombach schon früh eingestellt. Da der Haftbefehl nie vollstreckt werden konnte, veranlasste Bamberski im letzten Oktober Krombachs Entführung nach Mulhouse – wo der Arzt von der Polizei inhaftiert wurde. Die Bundesregierung hatte die Pariser Justiz daraufhin aufgefordert, Krombach freizulassen, da gegen ihn in Deutschland nichts vorliege und er gewaltsam verschleppt worden sei. Paris lehnte ab. Inzwischen beschränkt sich Deutschland auf die konsularische Betreuung Krombachs.