Deutsche Bank spielte zwielichtige Rolle bei gescheitertem Riesenrad-Projekt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutsche Bank spielte zwielichtige Rolle bei gescheitertem Riesenrad-Projekt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Deutsche Bank gerät beim Flop eines Riesenradfonds immer mehr ins Zwielicht. 2006 hatte das Bankhaus Delbrück Bethmann Maffei einen Fonds aufgelegt, um den Bau von Aussichtsrädern in Peking, Florida und Berlin nach dem Vorbild des Riesenrades London Eye zu finanzieren. Die Anleger hatte größtenteils die Deutsche Bank unter ihren Kunden akquiriert und damit rund 160 Millionen Euro Kapital für den Fonds eingesammelt. Das ließ sich die Deutsche Bank mit fast 20 Millionen Euro honorieren. Laut einer Korrespondenz zwischen Deutscher Bank und dem Fondsinitiator, dem Bankhaus Delbrück, aus dem Jahr 2006 bestand die Deutsche Bank von Beginn an auf eine Vermittlungsprovision von zwölf Prozent, zwei Prozentpunkte mehr, als im Fondsprospekt ausgewiesen. Das, so heißt es in einem Schreiben einer Deutschen-Bank-Abteilung an Delbrück, solle so geregelt werden, dass sie nicht "prospektiert" werden müsse. Als Finanzier wollte sich die Deutsche Bank dagegen an den Riesenrad-Projekten nicht beteiligen. Als im November 2009 die Projektgesellschaft für das Berliner Riesenrad sich bei der Deutschen Bank nach einem Kredit erkundigte, reagierte die Bank kühl. Bankdarlehen seien "erst nach Fertigstellung und Generierung von kapitaldienstdeckenden Umsätzen denkbar", heißt es in einem Schreiben. Ein Sprecher der Bank wollte etwaige Kreditgespräche nicht kommentieren. Den Vorwurf überhöhter Vermittlungsprovisionen weist er zurück. Keines der Riesenrad- Projekte wurde verwirklicht, das Anlegerkapital von 208 Millionen Euro ist weitgehend aufgebraucht. Gegen die Initiatoren ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Veruntreuung von Anleger-Geldern.