"SZ"-Herausgeber Friedmann will mit Wochenendausgabe den Sonntagzeitungen Konkurrenz machen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

"SZ"-Herausgeber Friedmann will mit Wochenendausgabe den Sonntagzeitungen Konkurrenz machen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Vorsitzende des Herausgeberrates der "Süddeutschen Zeitung", Johannes Friedmann, erwartet von der neuen Chefredaktion der Tageszeitung unter Kurt Kister einen Umbau der Wochenendausgabe, "dass wir damit die Sonntagszeitungen der Konkurrenz ersetzbar machen. Das könnte auch das "SZ"-Magazin mit einbeziehen". Zudem brauche das Blatt "eine behutsame Modernisierung unseres Layout, das ja schon mehr als traditionell ist".

Eine Doppelspitze sei für das Blatt nie vorgesehen gewesen, so Friedmann. "Bei uns im Herausgeberrat zumindest nicht. Uns war klar: Am Ende muss einer das Sagen haben. Das wollte ich so und auch die SWMH."

Befürchtungen der Redaktion, der neue Mehrheitsgesellschafter SWMH wolle einen Sparkommissar an die Spitze setzen, seien ohne Grundlage gewesen: "Die Fama, wonach die SWMH aus der ,Süddeutschen' einen Goldesel auf Regionalbasis machen möchte, ist nicht nachvollziehbar. Die SWMH-Leute wissen sehr genau, was sie da für eine Zeitung erworben haben. Und auch ihnen war klar, dass in der redaktionellen Führungsspitze nur jemand sein kann, der die Kontinuität wahrt."

Über den neuen Chefredakteur Kurt Kister sagte Friedmann: "Es liegt in Kisters Natur, dass er nicht nur der beste Schreiber der Republik ist, sondern gelegentlich mit jemandem aneinander gerät. Die Frage ist doch: Wie empfindlich ist man da?"