Siemens will sich von Anteilen an Wasserkraftfirma trennen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Siemens will sich von Anteilen an Wasserkraftfirma trennen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Münchner Siemens-Konzern will sich aus dem Geschäft mit Wasserkraftwerken zurückziehen und künftig verstärkt auf die Nutzung der Meeresströmung als Energiequelle setzen. Deshalb verhandelt das Unternehmen zurzeit mit dem Heidenheimer Maschinenbauer Voith über einen Rückzug aus der gemeinsamen Tochter Voith Hydro, in der beide Firmen vor zehn Jahren ihre Wasserkraftaktivitäten zusammengeführt hatten. Siemens übernahm damals 35 Prozent der Anteile, die Schwaben halten bis heute den Rest. Obwohl die Auftragslage bei Voith-Hydro gut ist, will Siemens sich von seiner Beteiligung trennen. Konzernchef Peter Löscher und seine Kollegen sind offenbar der Meinung, dass die Wachstumsaussichten bei sogenannten Gezeitenkraftwerken noch größer sind. Diese nutzen ähnliche Rotoren und Turbinen wie Windkraftwerke, hier hat Siemens bereits eine starke Marktposition erreicht. Außer dem sind die neuartigen Strömungskraftwerke deutlich umweltfreundlicher als konventionelle Wasserkraftanlagen. Komplett aus eigener Kraft kann und will Siemens den Technologiewechsel allerdings nicht stemmen. Bereits im Februar beteiligten sich die Münchner an einer Spezial firma für Meeresströmungstechnik in Großbritannien. Eine Aufstockung der Beteiligung und weitere Zukäufe könnten schon bald folgen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.