Mutmaßlicher Mossad-Agent Brodsky "erhebliches Problem" für Deutschland
Die Entscheidung zur Auslieferung des mutmaßlichen Mossad-Agenten Uri Brodsky von Polen nach Deutschland bedeutet für die Bundesregierung ein "erhebliches Problem". Denn der Warschauer Beschluss sieht vor, dass der Agent in Deutschland lediglich wegen eines Urkundendelikts, nicht aber wegen Spionage angeklagt werden darf. Wird die polnische Entscheidung rechtskräftig, müsste die Bundesanwaltschaft das Verfahren möglicherweise aus der Hand geben. Brodsky könnte mit einer Geldstrafe davonkommen. Einziger Ausweg wäre eine Beschwerde gegen die Entscheidung entweder durch Brodsky oder die Warschauer Staatsanwaltschaft. Ersteres ist jedoch nicht wahrscheinlich: Sogar der israelische Premier Benjamin Netanjahu signalisierte bereits, den Widerstand gegen die Auslieferung Brodskys nach Deutschland aufgeben zu wollen. Die Generalbundesanwältin ermittelt gegen den Israeli Brodsky im Zusammenhang mit der Ermordung des Hamas-Kommandeurs Mahmud al-Mabhuh in einem Hotel in Dubai. Er wird beschuldigt, einem angeblich an der Tat beteiligten Mossad-Kollegen illegal zu einem deutschen Pass verholfen zu haben.