Formel-1-Pilot Vettel rügt Teamkollege Webber: "Ein Rennfahrer sieht die Dinge meist sehr eigensinnig" - DER SPIEGEL
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Formel-1-Pilot Vettel rügt Teamkollege Webber: "Ein Rennfahrer sieht die Dinge meist sehr eigensinnig"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der deutsche Formel-1-Pilot Sebastian Vettel hält die Kritik seines Teamkollegen, des Australiers Mark Webber, am Führungsstil bei Red Bull Racing für unberechtigt. "Vorrangig geht es um das Team. Ein Rennfahrer sieht die Dinge meist sehr eigensinnig. So auch in diesem Fall", sagt der Vizeweltmeister im SPIEGEL-Gespräch vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring. Webber hatte sich trotz seines Sieges in Silverstone darüber beklagt, er werde im Rennstall gegenüber Vettel benachteiligt, etwa bei der Auswahl des Materials. Vettel widerspricht, dass sich das Team bereits zu Saisonmitte auf eine Rangfolge zwischen den beiden Fahrern festgelegt habe. "In der Hackordnung steht am Ende derjenige oben, der schneller ist." Der Rivalität zu Webber misst Vettel allerdings eine hohe Bedeutung bei. "Der Teamkollege ist der Erste, den man schlagen will, weil ihm das gleiche Material zur Verfügung steht." Über sein Verhältnis zu Webber sagt der Deutsche: "Es herrscht immer eine gewisse Distanz. Wir arbeiten zusammen, wo wir zusammenarbeiten müssen, um das Team voranzubringen und das Auto weiterzuentwickeln. Ansonsten ist jeder auf sich fixiert und sucht seinen eigenen Vorteil." "Mein Ziel ist es, Weltmeister zu werden", sagt Vettel dem SPIEGEL. "Nur mitzufahren, daran hätte ich keine Freude. Ich brauche diese Selbstbestätigung, besser zu sein als alle anderen." An das Gelingen des Comebacks von Michael Schumacher, 41, glaubt Vettel trotz der Probleme des siebenmaligen Weltmeisters weiterhin. "Es ist alles andere als einfach, nach dreijähriger Pause zurückzukehren, selbst wenn man, wie er, nie ganz verschwunden war aus der Formel 1", sagt Vettel. "Die Autos haben sich verändert, die Reifen auch. Viele Dinge sind nicht mehr so, wie er sie gewohnt war." Vettel ist davon überzeugt, dass Schumacher die Schwierigkeiten in den Griff bekommt: "Wenn jemand das schafft, dann er. Wenn ich ihm ins Gesicht schaue und seine Körpersprache lese, dann sehe ich keine Verunsicherung oder gar Panik."