Porsche plante früh die VW-Übernahme - DER SPIEGEL
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Porsche plante früh die VW-Übernahme

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Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat sich viel früher als bislang bekannt mit dem Plan befasst, 75 Prozent der Stammaktien des VW-Konzerns zu erwerben. Dies geht aus einem Schreiben des Porsche-Juristen Konrad Wartenberg vom 24.November 2009 hervor, das dem SPIEGEL vorliegt. Wartenberg gesteht in dem Schreiben an einen Rechtsanwalt ein, Porsche habe "bereits vor dem Einstieg bei VW" 2005 "diverse Szenarien für den Beteiligungserwerb, spätere Beteiligungsaufstockungen und mögliche Zielstrukturen in Bezug auf VW geprüft". Zu diesen Szenarien gehörte auch "die weitere Aufstockung auf 75 Prozent der VW-Stamm aktien" und der "Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages". Nach dem Einstieg bei VW habe Porsche diese Szenarien "fortlaufend überprüft". Damit sei aber "noch nicht die Entscheidung getroffen, die eine oder andere dieser Maßnahmen tatsächlich umzusetzen". Der Porsche-Jurist lehnt deshalb Verhandlungen über Schadensersatzansprüche von Anlegern ab. Diese fühlen sich getäuscht, weil Porsche bis zum 26. Oktober 2008 dementiert hatte, 75 Prozent an VW erwerben zu wollen. Jurist Wartenberg verschweigt allerdings, dass Porsche bereits drei Monate vor diesem 26. Oktober die Aufstockung seiner VW-Beteiligung anstrebte. Der Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE ermächtigte den Vorstand schon auf seiner Sitzung am 23. Juli 2008 durch einen sogenannten Vorratsbeschluss, die VW-Beteiligung auf 75 Prozent zu erhöhen.