Altmaier warnt CDU vor Rechtsruck - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Altmaier warnt CDU vor Rechtsruck

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier, hat seine Partei nach dem Abgang der schwarz-grünen Galionsfigur Ole von Beust vor einem Rechtsruck gewarnt. "Natürlich ist der Abgang von Ole von Beust ein Verlust, aber das heißt doch nicht, dass die Reform der CDU aufhören wird", sagte Altmaier dem Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL. "Deutschland und die Welt verändern sich, und deshalb muss sich auch meine Partei weiter verändern." Die Union werde künftig nur dann Wahlen gewinnen, wenn sie sich auch um Wähler links der Mitte kümmere. "Wir müssen als Partei natürlich zur Kenntnis nehmen, dass sich die alten politischen Milieus auflösen", sagte Altmaier, der einer der engsten Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist. "Wir müssen also auch jene bürgerlichen Wähler ansprechen, die sich um die Umwelt sorgen und den Klimawandel und die deswegen mit den Grünen sympathisieren. Und wir müssen Politik für berufstätige Frauen machen, die bislang ihr Kreuz eher bei der SPD gemacht haben." Altmaier wandte sich strikt dagegen, nur deshalb konservative Positionen einzunehmen, um Wähler am rechten Rand an die Partei zu binden. Die Bürger verlangten eine unideologische Politik. "Ich weigere mich einfach, an überholten Positionen festzuhalten", sagte der CDU-Politiker. "Noch vor ein paar Jahren waren manche in der CDU der Meinung, es sei konservativ, die Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe zu stellen. Ich finde, mit so einer Position stellt man sich schlicht und einfach ins gesellschaftliche Abseits. Das war Mittelalter."