Aldi-Spross kündigt Unternehmenschronik an - DER SPIEGEL
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Aldi-Spross kündigt Unternehmenschronik an

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach jahrzehntelangem Schweigen hat sich erstmals ein Familienmitglied der Unternehmerfamilie Albrecht zu Wort gemeldet. Karl Albrecht junior, Sohn des Aldi-Gründers Karl Albrecht und Neffe des jüngst verstorbenen Theo Albrecht, will laut Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL eine Biografie seines Vaters verfassen. "Ich schreibe eine Biografie meines Vaters, die über weite Zeiträume auch eine Firmenchronik beinhaltet. Mein Vater unterstützt das Projekt", so Albrecht junior in einem Brief an den SPIEGEL. Eventuell will er das Werk sogar veröffentlichen. Nachdem sich Aldi jahrzehntelang gegen das Interesse der Öffentlichkeit gewehrt hat, ist das ein Paradigmenwechsel: Er freue sich über das "Interesse an der Geschichte von Aldi sowie an dem Lebenswerk meines Vaters und meines Onkels", so Albrecht junior. Albrecht junior äußerte sich auch über seine Rolle im Konzern. Er sei lange im USA-Geschäft des Discounters tätig gewesen. "Innerhalb von 30 Jahren bin ich dreimal schwer an Krebs erkrankt. Nach der dritten Erkrankung im Jahr 2004 habe ich mich aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen", sagt der promovierte Jurist. Damit beendet er zugleich langjährige Gerüchte, er sei den Anforderungen seines Vaters nicht gerecht geworden. Gleichzeitig führt der Tod von Theo Albrecht zur Neuordnung bei Aldi Nord. Für den verstorbenen Unternehmensgründer, der bislang mit dem Generalbevollmächtigten Hartmuth Wiesemann und dem Familienanwalt Emil Huber im Stiftungsvorstand saß, wird nun seine Witwe Cäcilie in das oberste Kontrollgremium des Verwaltungsrates nachfolgen. Auch beide Söhne Theos werden vom Verwaltungsrat in den Stiftungsvorstand wechseln. Zudem erwägt der Konzern, seine jahrzehntelange Zurückhaltung gegenüber der Öffentlichkeit zu lockern. Nach Informationen des SPIEGEL haben die Führungskräfte bereits vor dem Tod Theo Albrechts mehrere Medienberatungsfirmen ins Haus geholt, um sich über eine künftige Öffentlichkeitsstrategie beraten zu lassen.