Häftling Chodorkowski: "Eine endgültige Entscheidung über mein Schicksal ist noch nicht gefallen" - DER SPIEGEL
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Häftling Chodorkowski: "Eine endgültige Entscheidung über mein Schicksal ist noch nicht gefallen"

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Der frühere russische Oligarch Michail Chodorkowski, der nach fast sieben Haft in Moskau erneut vor Gericht steht, hat die Regierung von Wladimir Putin scharf angegriffen. In einem SPIEGEL-Gespräch sagte der Unternehmer, der ehemalige Präsident Boris Jelzin hätte niemals Staatsbeamte neben sich geduldet, "die ihren millionenschweren, durch Korruption erworbenen Reichtum so demonstrativ vorgezeigt hätten, wie es heute üblich ist". Unternehmenskonflikte würden häufig mit Gewalt gelöst und Mitarbeiter als Geiseln genommen, um Druck auf Unternehmer auszuüben. Chodorkowski räumt im SPIEGEL ein, dass er sich politisch betätigt und aus privaten Mitteln tatsächlich mehrere liberale Parteien finanziert habe, die in Opposition zum damaligen Präsidenten Wladimir Putin standen. Eigene Ambitionen aufs Präsidentenamt hätte er aber nicht gehabt. "Eine endgültige Entscheidung über mein weiteres Schicksal ist noch nicht gefallen", sagt Chodorkowski: "Das System fürchtet meine Freilassung. Andererseits schadet eine Fortdauer der Haft dem Ansehen der Machthaber." Erneut fordert Russlands prominentester Häftling politische Reformen – sonst werde die beabsichtigte Modernisierung des Landes nie gelingen.