Karstadt-Insolvenzverwalter sieht keine Chance für Borletti
Karstadts Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hat der Borletti-Gruppe eine harsche Absage erteilt. Der italienische Warenhausbetreiber hatte am vergangenen Donnerstag um 14.32 Uhr, 28 Minuten vor Beginn des Karstadt-Gläubigerausschusses, ein Angebot zur Übernahme von Karstadt in die Runde gemailt. In einem Brief an Borletti von Donnerstagabend schreibt Görg, es sei "offenkundig, dass unter solchen Umständen eine eingehende Würdigung nicht möglich war". Eine erste Prüfung habe jedoch ergeben, dass "Ihr Entwurf nicht unterschriftsreif war oder ist". Zudem enthalte das Angebot "eine ganze Reihe von aufschiebenden Bedingungen". So ist nach Ansicht von Görg die kartellrechtliche Frage bei einer möglichen Karstadt-Übernahme durch Borletti völlig ungeklärt. "Ihre Intervention der letzten Tage kann unter den gegebenen Verhältnissen keinen Erfolg haben", schreibt Görg. Er setzt damit weiter allein auf den bisherigen Karstadt- Interessenten Nicolas Berggruen. Der soll nun seine Frist bis zum endgültigen Abschluss des Kaufvertrags, vorbehaltlich der Zustimmung des Amtsgerichts Essen, bis zum 2. September verlängert bekommen. Borletti aber will weiter um Karstadt kämpfen. In den nächsten Wochen wolle man das Alternativangebot weiter aus arbeiten und dabei auch mit dem Karstadt-Vermieter Highstreet und den Kartellbehörden reden, heißt es bei dem Italiener.