Aufruhr im Landesverband von Klaus Ernst - Wurden Parteitage manipuliert?
Interne Querelen im bayerischen Landesverband der Linken gefährden den Rechenschaftsbericht der Bundespartei. Ulrich Voß, der Schatzmeister des Landesverbands von Parteichef Klaus Ernst, verweigert die Unterschrift unter den aktuellen Rechenschaftsbericht der Bayern. Er sei "unter keinen Umständen bereit", "antidemokratische" und "teilweise sogar kriminelle Handlungen" durch seine Unterschrift zu legitimieren. Gibt der Bundesverband Ende September durch die Bayern-Querelen einen unvollständigen Rechenschaftsbericht ab, drohen erhebliche Geldeinbußen. Der Schatzmeister und andere bayerische Linksaktivisten äußern zudem den Verdacht, dass das Ernst-Lager mit Hilfe von Phantommitgliedern Parteitagsbeschlüsse manipuliert haben könnte. Hintergrund ist eine offenbar große Anzahl von Parteimitgliedern, die keine Beiträge zahlen und somit ausgeschlossen werden müssten. Die Karteileichen verändern jedoch die Zahl der Delegierten auf Parteitagen nach oben, weil sie für die Berechnung des Delegiertenschlüssels herangezogen werden. Die knappe Wahl der Ernst-treuen Landesspitze im April, so die Kritiker, könnte auf diese Weise entschieden worden sein. Der Landesverband weist die Vorwürfe zurück, Klaus Ernst äußerte sich nicht.