Umweltministerium will "Rohstoffatlas" für Metalle in Gebäuden, Brücken und Fernleitungen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Umweltministerium will "Rohstoffatlas" für Metalle in Gebäuden, Brücken und Fernleitungen

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Angesichts der absehbaren Verknappung wichtiger Rohstoffe will die Bundesregierung erfassen lassen, welche wertvollen Metalle und Materialien sich in der deutschen Infrastruktur befinden. Es geht um Zehntausende Tonnen etwa von Kupfer und Stahl, die in Gebäuden oder Brücken verbaut worden sind. Dazu plant das Bundesumweltministerium in einem ersten Schritt, einen "Rohstoffatlas zu erstellen". Bei Renovierung oder Abriss könnten werthaltige Materialien damit gezielter als bisher genutzt werden – laut Ministerium ist das billiger, als Material zu steigenden Preisen zu importieren. "Unsere Städte werden zu den Bergwerken der Zukunft", heißt es im Umweltressort. In einem zweiten Schritt wolle die Regierung dafür sorgen, dass schon bei der Planung von Häusern mitbedacht werde, wie sich Rohstoffe beim Abriss preiswert wiedergewinnen lassen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will zudem die Entwicklungshilfe stärker dafür nutzen, dass Deutschland sich Metalle und Hochtechnologie-Rohstoffe sichert. Brüderle hat die neugegründete Deutsche Rohstoffagentur in Hannover beauftragt, für hiesige Unternehmen weltweit nach neuen Rohstoffvorkommen zu fahnden. Zudem solle die Agentur "rohstoffwirtschaftliche Länder-Partnerschaften" entwickeln.