Finanzminister Schäuble verteidigt Verbot von Leerverkäufen gegen IWF-Kritik
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich gegen Kritik des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen des deutschen Alleingangs beim Verbot ungedeckter Leerverkäufe verwahrt. "Bei dringend notwendigen Maßnahmen wie der Reduzierung des Krisenpotentials der Finanzmärkte können wir mit dem Handeln nicht zu lange warten", so Schäuble. "Deshalb haben wir im Vorgriff national rasch entschieden, ohne das Ziel einer internationalen oder zumindest europäischen Regelung aufzugeben." Im Mai hatte Deutschland als einziges EU-Land die Leerverkäufe untersagt. Bei solchen Verkäufen wetten Börsenhändler auf fallende Kurse, ohne das Wertpapier, das sie verkaufen, zu besitzen. Der deutsche Vorstoß war von Anfang an international umstritten. Die IWF-Fachleute kritisieren, Alleingänge wirken "in hochintegrierten Märkten unnötig verzerrend und nicht ausreichend effektiv". Gegner der deutschen Regelungen, wie Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP), begrüßten die Klarstellung.