Künftiger IWF-Chef Köhler grenzt sich gegen die Vorstellungen der USA ab
Der künftige IWF-Chef Horst Köhler fordert in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL eine umfassende Reform des Internationalen Weltwährungsfonds und eine Öffnung gegenüber seinen Kritikern. "Der IWF ist nicht der liebe Gott, der alles weiß, sagt Köhler und kündigte an, er werde mit den Kritikern der IWF-Politik reden: "Ich glaube, dass der IWF seine Politik der Öffentlichkeit besser erklären muss, nicht nur seinen Shareholdern. Sonst verliert der IWF in unser Zivilgesellschaft seine Legitimität.
Köhler setzte sich deutlich von den Vorstellungen des US-Kongresses ab, der eine neoliberale Neuausrichtung des IWF verlangt hatte. Köhler sagt im SPIEGEL-Gespräch: "Es braucht Regeln für die Kapitalmärkte. Wir müssen an einem marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen für die globalisierte Wirtschaft arbeiten. Eine Strategie, die schlicht sagt, die müssen ihr Land öffnen, alles andere geht uns nichts an, halte ich für hochriskant. So tritt er dafür ein, im Fall von Spekulation durch staatliche Maßnahmen das Hereinströmen kurzfristigen spekulativen Geldes zu drosseln.
Auch der vom US-Kongress geforderte freie Zutritt der westlichen Großbanken zu den Finanzmärkten der Entwicklungsländer lehnt Köhler ab: "Jedes Land muss für sich selbst entscheiden, wie rasch und mit welchen Schritten es sich gegenüber den internationalen Finanzmärkten öffnet. Ich bin dafür, auch Eigengewächsen eine faire Chance zu geben.
Intensiv will sich Köhler den Risiko-Fonds und den Offshore-Finanzplätzen widmen und kündigte hier ebenfalls Maßnahmen des IWF an: Der Staat müsse der Wirtschaft "Leitplanken vorgeben.