Kohl will Veröffentlichung von Telefonaten verhindern lassen - DER SPIEGEL
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Kohl will Veröffentlichung von Telefonaten verhindern lassen

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Altbundeskanzler Helmut Kohl will die Veröffentlichung ihn betreffender Telefon-Abhörprotokolle der Stasi mit allen juristischen Mitteln verhindern. Wie das Nachrichten-Magazin der SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, hat Kohl in der vergangenen Woche seine Anwälte damit beauftragt. Staatsrechtler, so das Blatt, prüfen bereits, ob das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe angerufen werden kann. Kohl hat in der vergangenen Woche auch zweimal den Chef der Stasi-Akten-Behörde, Joachim Gauck, angerufen und gegen die Veröffentlichung protestiert.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, lagern in der Gauck-Behörde noch riesige Mengen abgehörter Telefonate westdeutscher Politiker und Prominenter. Allein im Berliner Zentralarchiv umfasst der Bestand 170 Regalmeter. In rund 50.000 der Protokolle hat noch nie ein Archivar hineingesehen. Weitere umfangreiche Bestände lagern in den Außenstellen der Behörde. So sind in Potsdam Telefonprotokolle Kohls oder der Willy-Brandt-Witwe Brigitte Seebacher gefunden worden. Auch tausende Originalbänder, auf denen die abgehörten Telefonate zu hören sind, gehören laut SPIEGEL zum erhalten gebliebenen Stasi-Fundus.

Wie das Blatt weiter berichtet, hat die Gauck-Behörde mittlerweile Fehler bei der Herausgabe des brisanten Materials eingestanden. Am Freitag forderte das Amt acht Seiten abgehörter Telefonate des früheren CDU-Schatzmeisters Walther Leisler Kiep zurück. Auf diesen hatten sich auch von der Stasi belauschte intime Details befunden.