PDS-Abgeordnete vom Verfassungsschutz bespitzelt - DER SPIEGEL
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PDS-Abgeordnete vom Verfassungsschutz bespitzelt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der frühere Stasi-Offizier, der unter dem Decknamen "Förster" für das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz arbeitete, hat offenbar auch die PDS-Landeschefin und heutige Bundestagsabgeordnete Petra Pau ausspioniert. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, trat der einstige Stasi-Mann Günter Schachtschneider im Frühjahr 1998 im Wahlkampfbüro von Pau der PDS bei. Pau kämpfte damals im Berliner Wahlkreis Mitte/Prenzlauer Berg um ein Direktmandat.

Auch nachdem die PDS-Politikerin in den Bundestag gewählt worden war, ist der V-Mann in dem Büro in der Oberberger Straße in Prenzlauer Berg ein- und ausgegangen. Schachtschneider, der als Stasi-Offizier mehrere Orden erhalten hatte, gehörte damals einer linken Antifa-Gruppe an, die das Büro nutze. Von "Förster" erfuhr das Landesamt vor der Bundestagswahl auch von einem vertraulichen Treffen zwischen Pau und Mitgliedern der Kommunistischen Plattform.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, schürte Schachtschneider Konflikte zwischen der PDS und linken Organisationen. Seine Antifa-Gruppe hat 1998 massive Vorwürfe gegen einen PDS-Stadtrat erhoben, der im Prenzlauer Berg angeblich Rechtsradikale in einem Jugendclub duldete. Schachtschneider, der damals als Vize-Chef der linken Gruppe auftrat, versuchte auch andere linke Organisationen gegen die PDS aufzubringen. PDS-Mitglieder vermuteten schon damals, die Antifa-Gruppe sei von einem Agent provocateur des Geheimdienstes gesteuert.