Regierungspapier warnt vor "Cyberwar“ - DER SPIEGEL
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Regierungspapier warnt vor "Cyberwar“

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Bundesregierung fürchtet völlig neuartige Bedrohungen für Staat und Wirtschaft aus dem Internet. Wie DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe berichtet, kommt eine geheim tagende Regierungsarbeitsgruppe nach fast zweijähriger Beratung zu der Erkenntnis, an die Stelle einer "kriegerischen Auseinandersetzung im herkömmlichen Sinne“ könnten künftig Angriffe aus dem Internet stehen. "Begriffe wie Krise, Spannungs- oder gar Verteidigungsfall“ bekämen "in der Zukunft eine vielleicht neue Bedeutung“, heißt es im Entwurf des Abschlussberichtes der Arbeitsgruppe "Informationstechnische Bedrohungen für Kritische Infrastrukturen“ (Kritis).

Die Experten aus Kanzleramt, den wichtigsten Ministerien und den Geheimdiensten kommen zu dem Ergebnis, es sei künftig mit politisch extremistischen oder gekauften Hackern zu rechnen, die elektronische Großangriffe im Auftrag von kriminellen Organisationen oder feindlichen Staaten durchführen, schreibt der SPIEGEL. Die Attacken könnten sich demnach gegen die zivile Infrastruktur der Bundesrepublik richten, etwa die Energieversorgung, das Gesundheitswesen oder die Polizei.

Besonders beunruhigt sind die Experten dem Bericht zufolge darüber, dass der so genannte "Cyberwar“ von überall aus der Welt geführt werden kann. Das Internet verwischt die Grenzen. Es gibt "kein geschütztes Staatsgebiet mehr, das an seinen Grenzen mit militärischen Mitteln erfolgreich zu verteidigen wäre“, zitiert der SPIEGEL den Berichtsentwurf.

Um Staat und Wirtschaft zu schützen, plädiert die Gruppe für eilige Maßnahmen. So sollen alle kritischen Bereiche von der Telekommunikation über die Energieversorgung bis zum Verkehr sowie die Verwaltungen von Bund und Ländern besonders gesichert werden. Zudem soll eine "schnelle Eingreiftruppe“ beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gebildet werden, die jederzeit abrufbereit sei.