HSH-Bank rückt vom Vorwurf des Geheimnisverrats gegen ehemaliges Vorstandsmitglied ab - DER SPIEGEL
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HSH-Bank rückt vom Vorwurf des Geheimnisverrats gegen ehemaliges Vorstandsmitglied ab

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Im Fall des wegen Geheimnisverrats im April 2009 gefeuerten Vorstands Frank Roth geht die HSH Nordbank offenbar selbst nicht mehr davon aus, dass Roth vertrauliche Dokumente der Bank Journalisten zugespielt hat. Dies geht aus einem Schriftsatz hervor, den die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Erbe vor einigen Tagen im Auftrag der HSH der Kieler Staatsanwaltschaft zugeleitet hat. Dabei handelt es sich um die "Beschwerdebegründung" gegen die Einstellung des Strafverfahrens gegen Roth, die die Kieler Staatsanwaltschaft Ende Juni verfügt hatte. Die Fahnder hatten schon damals deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht mehr für eine gezielt gelegte falsche Spur gegen Roth spreche, als für einen Geheimnisverrat. In ihrem neuen Schriftsatz argumentiert die HSH-Anwältin Jutta Burghart nun, Roth habe möglicherweise durch Unachtsamkeit zugelassen, dass Unbefugte die Papiere an sich nehmen konnten. Schließlich habe Roth im gegen ihn gerichteten Ermittlungsverfahren selbst eingeräumt, das entsprechende Papier habe "sicher einige Tage im Vorstandsbüro" gelegen, wo es "durch Dritte hätte vervielfältigt werden können". Burghart schließt daraus: "Wer aber darauf verzichtet, seinen Schreibtisch aufzuräumen und die Kenntniserlangung Dritter von ihm persönlich zur Geheimhaltung anvertrauter Unterlagen in Kauf nimmt, offenbart durch Unterlassen." Soll heißen: Roth ist auch dann des Geheimnisverrats schuldig, wenn er gar nichts verraten hat. In Kieler Justizkreisen sorgte dieser Rückzug auf Raten für Heiterkeit. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki, im Zivilberuf Strafverteidiger, urteilte nach Lektüre: "Das liest sich wie der Schriftsatz eines Anwalts, der von Strafrecht überhaupt keine Ahnung hat." Noch am vergangenen Dienstag hatte der Vorsitzende des HSH-Aufsichtsrates, Hilmar Kopper, im Kieler Kabinett erklärt, er sei zuversichtlich, dass die Beschwerde Erfolg haben werde.