Inhaftierter Wettpate Ante Sapina packt aus - DER SPIEGEL
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Inhaftierter Wettpate Ante Sapina packt aus

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Der Deutsch-Kroate Ante Sapina, der seit 19. November vorigen Jahres als einer der Hauptbeschuldigten einer Bande mutmaßlicher Wettbetrüger in der Dortmunder Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft sitzt, packt aus. Das geht aus den Unterlagen der Bochumer Staatsanwaltschaft hervor, die seit über einem Jahr in dem Mammutverfahren mit dem Aktenzeichen 35 Js 40/09 ermittelt. Demnach hat Sapina seit Ende April in über einem Dutzend Beschuldigtenvernehmungen ausgesagt. Sapina, der bereits im Jahr 2005 vom Berliner Landgericht wegen Wettbetrugs zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden war, ist demnach in vielen Manipulationsfällen, die ihm die Ermittler vorhalten, geständig. Nach Aktenlage soll Sapina insgesamt 172 Fußballspiele verschoben haben – in Deutschland von der zweiten Liga abwärts, in der Schweiz, auf dem Balkan, in der Türkei und sogar in der ersten kanadischen Soccer League. Den Bochumer Polizeibeamten erzählte Sapina, dass er noch vor Ablauf seiner Berliner Gefängnisstrafe im Juli 2008, die er größtenteils als Freigänger verbrachte, bereits wieder Fußballspiele manipulierte. Nach seiner Haftentlassung im Juli 2008 platzierte Sapina nach eigenen Worten über Londoner Wettmakler Geld auf verschobene Spiele auf dem asiatischen Wettmarkt. Mit diesen Vermittlern vereinbarte er ein System: Wenn er von "einem Stern" sprach, konnten sie in London von einer "schwachen Manipulation" ausgehen. "Fünf Sterne" hieß: "starke Manipulation", wie Sapina den Bochumer Kriminalbeamten erklärte, etwa "Torhüter, drei Abwehrspieler und ein Mittelfeldspieler". Diese Informationen nutzten offenbar seine Wettvermittler ebenfalls – und platzierten in Asien gezielt auch eigenes Geld auf Sapinas gefixte Spiele. Bis zu ihrer Verhaftung sollen Sapina und zwei weitere beschuldigte Kroaten, so steht es in den Akten, mit knapp 6000 Wetten in Asien annähernd 32,5 Millionen Euro umgesetzt und dabei exakt 2.182.387 Euro gewonnen haben. Gleich in seiner ersten Vernehmung belastete Sapina auch den heutigen Bundesliga-Referee Felix Zwayer, dessen Aussagen beim Deutschen Fußball-Bund vor über fünf Jahren den von Sapina bestochenen Schiedsrichter Robert Hoyzer auffliegen ließen. Von den Beamten ungefragt behauptete Sapina, er habe vor dem Regionalligaspiel Wuppertaler SV gegen Werder Bremen II im Mai 2004 nicht nur den später verurteilten Hoyzer bestochen, sondern mit 500 Euro auch dessen damaligen Linienrichter Zwayer. Wegen desselben Vorwurfs, den 2005 bereits Hoyzer erhob, hatte die Berliner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Zwayer eingeleitet, das später eingestellt wurde. Zwayer hat die Anschuldigungen stets bestritten.