VW-Chef Winterkorn will seinen Vertrag verlängern
VW-Chef Martin Winterkorn, dessen Vertrag noch bis Ende 2011 läuft, will länger an der Spitze des Wolfsburger Konzerns bleiben. "Es macht mir Spaß, ich fühle mich fit und wäre deshalb nicht abgeneigt, weiterzuarbeiten, wenn der Aufsichtsrat das wünscht", sagt Winterkorn in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Es gebe im Konzern "viele Themen, bei denen Kontinuität an der Spitze hilfreich ist". Winterkorn formuliert auch seine Erwartungen an die Familien Porsche und Piëch, die zu den Großaktionären des VW-Konzerns zählen. Nachdem Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seinen Nachlass geregelt hat und sein Vermögen in zwei Stiftungen eingebracht hat, erwartet Winterkorn, dass "die Familie Porsche ebenso wie die Familie Piëch Vorsorge treffen wird". Winterkorn sagt, sie werden "sicher verhindern wollen, dass der VW-Konzern abhängig wird von den Gefühlsregungen einzelner Familienmitglieder". Für den VW-Chef ist Bosch "ein Vorbild dafür, wie ein Familienunternehmen solide aufgestellt werden kann". Bosch gehört einer Stiftung und sei "eines der bestgeführten Unternehmen der Welt". In dem Interview räumt Winterkorn ein, dass sein Ziel, bis 2018 Toyota als größten Autohersteller der Welt abzulösen, "ein Kraftakt" ist. Der VW-Konzern baut neue Fabriken in China, in den USA und in Indien und will seine Produktion auf zehn Millionen Fahrzeuge fast verdoppeln. Zudem will er Porsche integrieren und die Zusammenarbeit mit Suzuki ausbauen. "Das sind alles keine Selbstläufer", sagt Winterkorn, "wir sind uns bewusst, wie ambitioniert unsere Ziele sind." Bei Porsche sieht Winterkorn Versäumnisse. Bei manchen Themen spüre man, dass dort während der Übernahmeschlacht mit VW "eher Finanzthemen im Zentrum des Interesses standen als das Produkt, das Auto". VW wolle die Marke Porsche "noch mehr zum Strahlen bringen". Es werde ein zusätzliches Modell geben, "ein neuer Geländewagen, ein kleiner Bruder des Cayenne, der Cajun heißen könnte", sagt Winterkorn.