Früherer Oppenheim-Manager in SdK-Affäre verwickelt
In die Affäre um manipulierte Aktienkurse durch ehemalige und amtierende Funktio näre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) ist offenbar auch ein früherer Hedgefonds-Manager des Bankhauses Sal. Oppenheim verwickelt. Der Angestellte soll für den Fondsableger des Instituts einen Millionenbetrag auf sinkende Kurse des Zahlungsdienstleisters Wirecard gesetzt haben. Sal. Oppenheim untersuchte daraufhin im Sommer 2008 den Fall und trennte sich von ihm und einem weiteren hochrangigen Mitarbeiter. Zumindest gegen den Zürcher Ex-Banker ermitteln jetzt deutsche Behörden. Zu weiteren Beschuldigten in dem Mammutverfahren der Münchner Staatsanwaltschaft zählen zu den einstigen und noch aktiven SdK-Funktionären Tobias Bosler, Markus Straub, Klaus Schneider und Christoph Öfele nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL auch ein enger Geschäftspartner Boslers, der "Börsendienst"-Autor Wolfgang W. Zu der Liste der insgesamt 31 Beschuldigten gehören außerdem zwei Ex-Redakteure von "Börse Online", sowie ein freier "Focus Money"-Autor.
Die meisten der Betroffenen wollten sich gegenüber dem SPIEGEL zu den Vorwürfen nicht äußern, einige von ihnen bestreiten jegliches Fehl verhalten vehement. Durchsucht wurde bei der Aktion in der vorvergangenen Woche mit 160 Polizisten und rund einem Dutzend Staatsanwälten auch Finanzpublikationen wie "Der Aktionär" und der Internet-Anlegerdienst Gomopa. Ein "Aktionär"-Sprecher betont, bei ihnen sei nur Material sichergestellt worden. Gomopa fühlt sich selbst betrogen. Als einen der Hauptverantwortlichen haben die Ermittler offenbar Bosler ausgemacht. Laut den Durchsuchungsbeschlüssen soll der Ex-SdK-Funktionär mit seinen Komplizen den Plan gefasst haben, "durch einen konzentrierten Angriff auf die Aktie der Wirecard AG, in deren Zentrum eine unrichtige Presseveröffentlichung steht, deren Kurs zu drücken und dank entsprechender Spekulationen einen erheblichen Gewinn zu erzielen".