Laschet kritisiert Merkels Sarrazin-Äußerungen
Armin Laschet, Kandidat für den NRW-Landesvorsitz der CDU, hat die Kanzlerin wegen ihrer Kritik an Thilo Sarrazin angegriffen. "Ich halte es nicht für hilfreich, wenn man ein Buch verurteilt und gleichzeitig sagt, man habe es nicht gelesen", sagte Laschet dem SPIEGEL: "Vor allem, wenn es ein Buch ist, das viele Millionen Menschen in Deutschland bewegt. Man muss es zumindest so ernst nehmen, dass man es liest." Sarrazins Buch sei ein "wichtiger Diskussionbeitrag", der sich innerhalb des zulässigen Meinungsspektrums bewege. "Er ist kein Rechtsradikaler oder Verfassungsfeind oder was auch immer. Ich würde mich mit ihm intellektuell und klar auseinandersetzen. Das ist kein Geert Wilders, es ist auch keine extremistische politische Position."
Laschet bemängelte, dass die CDU ihre "Politik nicht aus unseren Grundsätzen" erkläre, sondern vieles als "alternativlos" bezeichne. Das gelte auch für das neue Energiekonzept der Bundesregierung, an dem sein Gegenkandidat Norbert Röttgen beteiligt war: "Ich habe nicht das Gefühl, dass wir es mit einem Meisterwerk politischer Kommunikation zu tun haben."
Neuwahlen in NRW werde man nicht im Wege stehen, sagte Laschet: "Wenn eine Regierung am Ende ist und erklärt, sie wolle Neuwahlen, dann sind wir dazu bereit. Alles ist besser, als eine von der Linken abhängige rot-grüne Minderheitsregierung." Außer mit der Linken wollte Laschet keine Bündnisoption für die Zukunft ausschließen. Auch nach dem schwarz-gelben Ausstieg aus dem Atomausstieg sei ein schwarz-grünes Bündnis möglich: "In Hamburg wird Schwarz-Grün doch ebenso wenig aufgelöst wie das Jamaika-Bündnis im Saarland."