Noch eine schwarze CDU-Kasse
Bei der CDU ist eine weitere schwarze Kasse aufgetaucht. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL meldet, stellten gestern Beamte des Polizeipräsidiums Rheinpfalz beim CDU-Ortsverband Grünstadt in der Nähe von Worms Unterlagen sicher. Die Wohnung des Ortsvorsitzenden war ebenso wie die Kanzlei der örtlichen CDU-Wirtschaftsprüfer durchsucht worden. Die Kleinstadt-Union steht im Verdacht, seit 1972 "Vermögenswerte, die aus Spenden herrühren", auf einem geheimen Konto gebunkert zu haben. 230893,68 Mark sollen so zusammengekommen sein.
Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ermittelt wegen Betrugs und Untreue gegen den Ortsvorsitzenden und den Schatzmeister. Sie geht davon aus, dass - ähnlich wie auf Grund der geheimen hessischen Auslandskonten - sämtliche Rechenschaftsberichte der rheinland-pfälzischen CDU und damit auch der Bundes-CDU seit fast 30 Jahren falsch sind. Auf die Spur der schwarzen Kasse war die Staatsanwaltschaft Bonn bei ihrer Ermittlungen gegen Altkanzler Helmut Kohl gestoßen. Bei einer Durchsuchung der CDU-Landesgeschäftsstelle in Mainz am 22. Februar stellte sie einen schmalen Hefter mit Angaben über das verborgene Konto sicher; sie gab den Fall nach Frankenthal ab. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, wer in Kohls Landesverband von der Geheimkasse wusste. (DER SPIEGEL 15/2000, Panorama Deutschland)