Prominente Grüne verlassen die Partei
Aus Protest gegen die Atompolitik der Grünen in der Bundesregierung haben zwei prominente Politikerinnen ihre Partei verlassen: Heidrun Heidecke, von 1994 bis 1998 Umweltministerin in Sachsen-Anhalt, und Renate Backhaus, Mitglied des Bundesvorstandes der Grünen von 1991 bis 1994 und heute atompolitische Sprecherin des Umweltschutzbundes BUND. In einem Brief an den Bundesvorstand der Grünen begründet Heidecke ihren Austritt mit der "Verschiebung des Atomausstiegs auf den Sankt Nimmerleinstag". In der Umweltpolitik attestiert Heidecke der Bundesregierung komplettes Versagen. Backhaus kritisiert, die Partei verliere "vor lauter Kompromissbereitschaft" die eigene Identität.
Ebenfalls in einem Brief an den Vorstand haben nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL ostdeutsche Grüne der Parteispitze mangelndes Engagement in den neuen Ländern vorgeworfen. Der Partei sei im Osten, heißt es in dem von den Ost-Promis Werner Schulz, Wolfgang Ullmann und Hans-Jochen Tschiche unterschriebenen Brief, nicht viel mehr gelungen "als eine Nachbildung des grünen Parteigebildes mit allen Kinderkrankheiten, die entstehende Parteiapparate nun einmal mit sich bringen." (DER SPIEGEL 15/2000, Panorama Deutschland)