HSH-Affäre - Hamburgs Finanzsenator in Erklärungsnot - DER SPIEGEL
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HSH-Affäre - Hamburgs Finanzsenator in Erklärungsnot

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Der Hamburger Finanzsenator Carsten Frigge (CDU) war an einer Firma beteiligt, deren Geschäftsführer die HSH Nordbank und deren Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher beraten hat – für 5600 Euro pro Tag, bei sieben Garantietagen pro Monat. Frigges Düsseldorfer C4 Consulting, an der er noch immer 50 Prozent der Anteile hält, gehörten bis Mitte 2009 28 Prozent der Berliner C4 Communications GmbH. Deren Geschäftsführer, Dirk Große-Leege, hat – nach eigenen Angaben – von März 2009 bis August 2010 die HSH Nordbank in "Kommunikationsangelegenheiten" beraten. Brisant ist, dass Große-Leege dem HSH-Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher auch im Zusammenhang mit der Entlassung des New Yorker Filialleiters als Consultant zur Seite stand.

In den Akten der US-Ermittler, die den Fall untersuchen, findet sich eine E-Mail von Große-Leege an Nonnenmacher. Darin heißt es, mit Bezug auf interne Ermittlungen gegen K.: "Auf diese Weise werden Sie das Problem loswerden – ok?" Frigges Ex-Partner mag dazu nicht Stellung nehmen: "Informationen, die das Vertragsverhältnis berühren, unterliegen der Vertraulichkeit." Frigge versichert, von Große-Leeges Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Fall K. nichts gewusst zu haben. Das Beratungsmandat selbst hält er für unproblematisch, weil nicht C4 Communications, sondern Große- Leeges eigene Firma GLS Vertragspartner der Bank gewesen sei. Deshalb habe er seinen Dienstherrn auch dann nicht über seine Geschäftsbeziehungen zu dem HSH-Berater informiert, als er im März 2010 Finanzsenator wurde – und damit zuständig für die Hamburger Beteiligung an der Skandalbank. "Formal gibt es keinen Grund dafür, aber es kann natürlich auch nicht schaden", sagte Frigge dem Spiegel.