Politiker fordern niedrigere Schadstoff-Grenzwerte für Spielzeug
Die Fraktionen von Union und FDP fordern die Bundesregierung auf, deutlich strengere Grenzwerte für krebserregende Stoffe im Spielzeug "auf EU-Ebene durchzusetzen". Einen entsprechenden Antrag wollen sie diese Woche abschließend beraten. Damit reagieren die Fraktionen auch auf eine Untersuchung der Stiftung Warentest, deren Ergebnisse in der vergangenen Woche bekanntwurden. Demnach waren bei 80 Prozent der geprüften Stofftiere, Puppen und Holzspielzeuge gesundheitsgefährdende Schadstoffe oder Sicherheitsmängel nachgewiesen worden. In ihrem Antrag geht es den Fraktionen insbesondere um niedrigere Grenzwerte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die unter anderem in den sogenannten Weichmachern enthalten sind. Die Stoffe gelten zum Teil als krebserregend und gefährden die Fruchtbarkeit eines Menschen. Ab 2013 wird die EU-Spielzeugrichtlinie bis zu ein Gramm PAK pro Kilogramm erlauben – einen Wert, den Toxikologen für deutlich zu hoch halten. Ein Kind, das sich eine Stunde lang mit stark belastetem Spielzeug beschäftigt, würde ähnlich viele Schadstoffe zu sich nehmen wie in 40 Zigaretten stecken. Das Bundes institut für Risikobewertung fordert einen Grenzwert von 0,2 Milligramm, also ein Fünftausendstel des von der EU beschlossenen Wertes. Auch der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie warnt Brüssel, die Richtlinie wie geplant in Kraft treten zu lassen. In einem Gutachten, das der EU nun zugeht, wird mit Blick auf die Kindergesundheit ein Grenzwert von 12,5 Milligramm PAK pro Kilo gefordert.