Deutsche Firmen profitieren von Kinderarbeit in Usbekistan
Seit Jahren werden in der zentralasiatischen Republik Usbekistan Kinder zur Baumwoll ernte gezwungen. Profit aus der Kinderarbeit schlagen auch europäische Firmen. Diese Woche ist gegen sieben europäische Baumwollhändler deswegen Beschwerde bei der OECD eingelegt worden. In Deutschland klagt das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) gegen die Bremer Firma Otto Stadtlander. Mit über hundert Millionen Euro Umsatz gehört das Unternehmen zu den führenden Baumwollhandelshäusern. Seit Jahren betreibt Stadtlander auch ein Büro in der usbekischen Hauptstadt Taschkent und pflegt gute Beziehungen zum Apparat des umstrittenen Präsidenten Islam Karimow. Stadtlander, so ECCHR-Koorinatorin Miriam Saage-Maaß, leiste Beihilfe zu Menschenrechtsverletzungen. Das Unternehmen wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Vom Baumwollhandel profitieren auch deutsche Kreditinstitute, etwa die Deutsche Bank und die teilverstaatlichte Commerzbank, die dort sogar eine Repräsentanz unterhält. Man sei schon "seit Jahren" für europäische Kunden in der Finanzierung von Baumwollgeschäften mit Usbekistan tätig, bestätigte ein Commerzbank-Sprecher.